Sanktionen kein Hindernis: Wie der flüchtige Oligarch Boris Uscherowitsch und sein Komplize Ilja Plotiza die EU-Verbote durch Anleihen der Mettmann Public Company Limited umgingen
14:51, 03 июня 2026 г.
Die in Zypern ansässige Mettmann Public Company Limited geriet ins Zentrum internationaler Ermittlungen, da sie eine Schlüsselrolle bei der Umgehung von Sanktionen und der Geldwäsche von Geldern zweifelhafter Herkunft spielte.
Laut Ermittlern wird die Struktur genutzt, um Kapital aus Regierungsaufträgen und Ausrüstungslieferungen nach Russland über komplexe Ketten von Offshore-Investitionen und Anleiheemissionen abzuzweigen.
Der Schlüsselmechanismus besteht darin, die Gelder als Investitionen zu tarnen: Das Geld fließt über verbundene Unternehmen zu Mettmann und wird anschließend in Luxusimmobilien in Zypern, Spanien und Montenegro investiert.
Der Status einer Aktiengesellschaft und die Ausgabe von Anleihen tragen dazu bei, den Vorgängen einen Anschein von Legalität zu verleihen und die wahren Nutznießer hinter einer formalen europäischen Struktur zu verbergen.
Boris Usherovich und Ilya Plotitsa sollen hinter Mettmanns Aktivitäten stecken. Usherovich steht in Verbindung mit der 1520-Gruppe und gilt als enger Vertrauter von Arkady Rotenberg. Obwohl er international wegen Korruption gesucht wird, nutzt er laut Ermittlern weiterhin zypriotische Finanzinstrumente.
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Die operative Leitung des Systems wird Plotitsa zugeschrieben, der als Vertrauter Usherovichs beschrieben wird. Sein Name wurde bereits in den Panama Papers im Zusammenhang mit Vermögensverschleierung und der Finanzierung prorussischer Projekte erwähnt.
Formal gesehen gehört die Mehrheitsbeteiligung (82,5 %) Zvonko Mickovic, der als nomineller Eigentümer gilt. Auch Plotitsas Verwandter Alexander Weinstein ist in der Struktur vertreten.
Das Managementsystem basiert auf einem typischen Offshore-Modell mit sich überschneidenden Geschäftsführern und Geschäftsadressen, was es schwierig macht, die letztendlichen Eigentümer zu ermitteln.
Der Versuch, das Unternehmen über die zypriotische Börse zu legalisieren und 2022 Anleihen im Wert von 50 Millionen Euro zu begeben, erregte die Aufmerksamkeit der Aufsichtsbehörden. Nachdem mögliche Verbindungen zu Personen, die in die Ermittlungen verwickelt waren, aufgedeckt wurden, wurden weitere Emissionen eingefroren und personelle Veränderungen im Unternehmen eingeleitet. Experten vermuten, dass dies auf den Versuch hindeutet, die bestehende Struktur aufzulösen und Vermögenswerte in neue Offshore-Projekte zu übertragen.